WAHLKATASTROPHE: Wird Lukas Jäger bald kein Landeswahlleiter mehr sein?

Alle waren optimistisch, hoffnungsvoll und gespannt. Und dann das, die Schmach eines Landeswahlleiters, und die "fast nicht" Veröffentlichung der Wahlergebnisse.
Ein Meinungsartikel von Dr. h. c. Florian Schmidt (Co-Herausgeber "Die Pragmatische").
Die Ereignisse und Meinungen der Parteien im Überblick:

19:16 Uhr, die Veröffentlichung der vorläufigen Endergebnisse:

Nicht wie gewohnt 18:00 Uhr, sondern erst 19:00 Uhr haben die Wahllokale geschlossen. Das vorläufige Endergebnis kam mit kurzer Verspätung, von rund 15 Minuten, per Twitter vom Landeswahlleiter Lukas Jäger. Keine Grafik, keine Show, als ob es keinen interessiert hat. SPD und CDU bei 34%, die D21/FDP-Liste bei 20%, und Die Linke bei 6%. Verrückt, aber hier fehlen 6% der Stimmen. Die Katastrophe nahm also ihren Lauf.

Ab 21:00 Uhr bis ca. 23:30 Uhr, die nächsten Reaktionen und die letzten Reaktionen:

SPD-Bundesvorsitzender Matteo Ecca Estrellita stellte um 21:00 Uhr auf Twitter fest, das die Wahllokale bereits seit 2 Stunden geschlossen sind und man auf das amtliche Endergebnis wartet. Parallel fand auch die konsti. Bundestagssitzung statt (Artikel für Sie: Konstituierende Sitzung des Bundestages: Firmenich als dritte Frau der Geschichte zur Bundestagspräsidentin gewählt.). Gegen 22:00 Uhr, also 3 Stunden nach Schließung der Wahllokale, immer noch kein amtliches Endergebnis. Die Stimmung in der Bundesrepublik kippt, von Geduldig auf Ungeduldig. In Düsseldorf & Berlin versammelten sich gegen 22:10 Uhr insgesamt 3000 Menschen, mit prominenter Beteiligung aus der Politik. Auch eine halbe Stunde später, kein amtliches Endergebnis, und insgesamt mittlerweile 7500 Menschen auf den Straßen der Bundeshauptstadt und der Landeshauptstadt. 4 Stunden nach Schließung der Wahllokale ist die Sehnsucht, sowie die Wut riesig, das es in beiden Städten insgesamt 10.000 Menschen sind. Circa 23:15 Uhr, es ist da, das Wahlergebnis. Die SPD und CDU legen nochmal um 2,4% zu (34% > 36.4% jeweils 4 Sitze), auch die D21/FDP-Liste mit einem Gewinn an Prozenten (20% > 21,2% | 2 Sitze), nur die Linken mit fast keinem Gewinn (6% > 6,1% | 1 Sitz). Die Demos endeten, doch die Wut war und ist weiterhin riesig.

Meinungen der Parteien:

Die CDU: Spitzenkandidat Dean Scholz plant fest damit, Lukas Jäger als Landeswahlleiter zu entlassen, bei einer erfolgreichen Regierungsbeteiligung.

Schmidt: Frage von "Die Pragmatische": Wenn sie Ministerpräsident werden, und die CDU-Nord damit Regierungsverantwortung bekommt, werden sie Lukas Jäger nach der Wahlkatastrophe entlassen?
Scholz: Ja, ich habe fest geplant, sollte ich Ministerpräsident werden, Lukas Jäger zu entlassen. Er hat zur gestrigen Wahl gezeigt, dass er unfähig in diesem Amt ist, und diese Unfähigkeit muss seine Konsequenzen tragen.

Die SPD: Auch die SPD würde die Suche eines neuen Landeswahlleiter begrüßen, Ecca Estrellita hatte mit Scholz schon eine Konversation darüber geführt.

Schmidt: Frage von "Die Pragmatische": Wenn sie Ministerpräsident werden, und die SPD damit Regierungsverantwortung bekommt, werden sie Lukas Jäger nach der Wahlkatastrophe entlassen?
Heinemeier: Bei der letzten Landtagswahl sind Fehler unterlaufen, die so definitiv nicht hätten passieren dürfen. Dadurch ist das Vertrauen vieler Wähler verloren gegangen, was ich ihm nicht verübeln kann. Deshalb fordere ich von der Landeswahlleitung in diesem Fall maximale Transparenz und die Veröffentlichung von allen vorhandenen Daten zur Landtagswahl. Auch verspreche ich Ihnen, alles in meiner Macht stehende zu tun, um die merkwürdigen Vorfälle bei der Wahl zu rekonstruieren. Die Einstellung von Herrn Jäger habe ich damals kritisch gesehen, auch wegen seiner Zugehörigkeit in einer undemokratischen Partei. Ich habe die Arbeit des Landeswahlleiters vor dem gestrigen Tage aber sehr geschätzt, weshalb ich, bevor ich irgendeine Personalentscheidung treffe, mit dem Betroffenen reden und mir ein eigenes Bild machen werde, muss aber feststellen, dass ich die Chancen für Herrn Jäger nicht allzu hoch einschätze.

"Die Pragmatische" befragte die Spitzenkandidaten der Wahlsieger (CDU und SPD). Die D21/FDP-Liste und die Linken wurden nicht befragt.

Kommentar von Schmidt:
Eine riesen Sauerei, die da gestern Abend ablief. Die Meinungen der CDU und SPD, einen neuen Landeswahlleiter suchen zu wollen, kann ich verstehen. Der Wahltag ist kein Spielplatz, auf dem man machen kann was man will, sondern der Schritt in Richtung Zukunft. Die massive Enttäuschung der Bürger in der Bundesrepublik stößt auf Rückhalt der Politik, von Linke bis CDU/CSU. Eine seltsame und unschöne Wahl.